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Selenskyj in Berlin: Was Merz’ Ukraine-Hilfe über Europas Anspruch am Verhandlungstisch sagt

KI-generierte redaktionelle Illustration; kein Foto des Ereignisses.
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Selenskyj in Berlin hat vor den neuen Gesprächen über den Ukraine-Krieg vor allem eines sichtbar gemacht: Deutschland will seine fortgesetzte Hilfe mit einem Anspruch auf europäische Mitsprache verbinden. Die Zusage von Kanzler Friedrich Merz ist politisch bedeutsam, aber sie ist noch kein Beleg dafür, dass Berlin den Verlauf der Verhandlungen oder des Krieges beeinflussen kann.

Beim Treffen am 3. November sagte Merz dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj weitere Unterstützung für den bevorstehenden Winter zu. Tagesschau berichtet unter Berufung auf dpa von zusätzlichen 200 Millionen Euro, je zur Hälfte aus dem Etat des Auswärtigen Amts und der Entwicklungszusammenarbeit. Merz erklärte zudem, Deutschland werde helfen, bis der Krieg beendet sei. Ob, wann und in welcher Form die genannten Mittel tatsächlich umgesetzt werden, lässt sich aus dem vorliegenden Material jedoch nicht abschließend beurteilen.

Der Zeitpunkt erklärt den diplomatischen Nachdruck. Nach US-Angaben sollen Vertreter der Ukraine, Russlands und der USA am 10. und 11. November in Abu Dhabi zusammentreffen. Genannt werden Sicherheitsvereinbarungen für die Zeit nach dem Krieg, Deeskalation, humanitäre Fragen und weitere Schritte zum Frieden. Selenskyj nannte den Schutz von Energieinfrastruktur, Getreidetransporte über das Schwarze Meer und Gefangenenaustausch als Prioritäten.

Merz und Selenskyj verlangen, dass Europa einbezogen wird. Das ist mehr als Symbolik: Sanktionen und die europäische Sicherheitsordnung lassen sich nicht dauerhaft über europäische Staaten hinweg regeln. Zugleich bleibt der Einwand entscheidend: Die Berichte belegen weder eine russische Bereitschaft zu einem Waffenstillstand noch einen europäischen Platz am Tisch in Abu Dhabi. Merz selbst sagte, er sehe bislang keine ernsthafte Verhandlungsbereitschaft Moskaus.

Die Berliner Begegnung ist deshalb eine klare politische Positionierung, nicht der Nachweis neuer Verhandlungsmacht. Am 19. November will Merz die „Koalition der Willigen“ in Berlin versammeln und auch über Unterstützung für 2027 sprechen. Entscheidend wird sein, ob daraus überprüfbare Beiträge und eine tatsächlich akzeptierte europäische Rolle in den Gesprächen folgen.

Sources

Independent editorial content. WUA is not affiliated with any political party. 2026-11-04